I TRUST ME!



Wir sind in einer Situation angekommen, in der bewährte Methoden und allbekannte Standards nicht mehr funktionieren. Alles hat sich in kurzer Zeit verändert. Neben der allgemeinen Bedrohung und ihrem Einfluss auf unser Privatleben, hat sich für viele das berufliche Umfeld verändert. Wir arbeiten nicht mehr im Büro, wir halten Abstand und unser Alltag ist aus den Fugen. In diesem Kontext trauen und vertrauen wir in erster Linie auf uns selbst. Wie kommen wir als Führungskraft in Unternehmen vom „I TRUST ME“ zu „WE TRUST YOU“?

I TRUST ME

Personality First

Normalerweise haben wir unsere unbewusste und gut funktionierende Routine in der Einschätzung von Menschen, wenn wir sie in einer Situation beobachten. Diese greift nicht mehr. Denn viele Teams finden sich nicht mehr persönlich im Büro oder Betrieb zusammen. Sie kollaborieren „remote“, getrennt voneinander über digitale Tools. Vorgesetzte sehen ihre Mitarbeiter nicht mehr von Angesicht zu Angesicht. Sie können die bekannten Bilder aus der „normalen Arbeitswelt“ nicht in der aktuellen Lage übertragen. Andere Bilder haben sie jedoch nicht vor ihrem geistigen Auge, während sie nach den alten Parametern das Tun ihrer Mitarbeiter nicht länger interpretieren können. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, in denen Home Office oder Mobile Work Ansätze bisher nicht gelebt wurden. Die Führungskräfte tappen im Dunkeln. Reaktionen der Mitarbeiter werden missverstanden. Es herrscht Verunsicherung. Warum ist das so und was können wir tun?

Grundsätzlich handeln Menschen im Krisenmodus anders, was zunächst nicht weiter verwunderlich ist. Sie verlassen sich nicht mehr auf das, was andere ihnen sagen. Sie hören stärker auf ihre eigenen, intrinsischen Bedürfnisse. Sie handeln weniger fremdgesteuert, sondern verlassen sich auf ihr Bauchgefühl und hören in sich hinein. Sie folgen ihren inneren Vorgaben und ihrem eigenen Antrieb. Gleichzeitig beobachten sie ihre Umwelt sehr genau und hinterfragen viel stärker, was um sie herum vorgeht. Ihr innerer Filter auf Glaubwürdigkeit ist aktiviert und tritt sofort in Aktion. Sie fragen sich, wer ihnen wirklich hilft, wer bei ihnen ist und wer sie schützt. Sie denken darüber nach, wem sie trauen können, wer sie schätzt und wer es ernst mit ihnen meint. Menschen sind in dieser Situation verletzlicher, denn sie operieren auf einer stark emotionalen Ebene, verlassen sich auf ihren Instinkt und fallen zurück auf ihre intrinsischen Ziele.

An dieser Stelle sind wir alle zunächst ALLEINE mit UNS selbst. Unsere individuellen Werte treten in den Vordergrund und bestimmen, was wir spüren und fühlen. Das ist eine einmalige und einzigartige Situation, in der wir experimentieren. Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter in dieser Phase nicht direkt abholen, verlieren sie selbst an Glaubwürdigkeit. Der Mitarbeiter hingegen verliert seine Motivation und Leistungsbereitschaft. Er schaltet auf Durchzug und hört nicht mehr, was Vorgesetzte und Leader im Unternehmen sagen. Das führt zu einem immensen Schaden für den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin selbst, für das ganze Team, die Familie und die Organisation.

Für Führungskräfte ist es entscheidend, diese innere Ebene zu verstehen und zu akzeptieren. Erst wenn sie die Tatsache annehmen, dass jeder Mitarbeiter diese Lage anders erlebt und verarbeitet, sind sie wieder in der Lage, andere zu führen. Für Personalverantwortliche gehört dazu unbedingt die Erkenntnis, dass viele Mitarbeiter die Lage anders erleben als das eigene ICH der Führungskraft und der Kollegen. Erst dann können Leader vom ICH zum WIR gehen.

WE TRUST YOU

Charakter First

Unterstützung in dieser Aufgabe erhalten wir von Prof. Dr. Steven Reiss. Als Ergebnis seiner langjährigen psychologischen und psychatrischen Forschung steht Leadern eine individuelle Landkarte zur Verfügung, um die emotionale Situation der Mitarbeiter und Teams einzuschätzen. Reiss hat in seiner jahrlangen, intensiven Arbeit mit Menschen 16 universelle Lebensmotive der Persönlichkeit identifiziert. Sie zeigen die innere Motivation eines Menschen, was ihn wirklich bewegt und antreibt. Dr. Reiss‘ Methode ist eines der führenden Werkzeuge, um Motive, Werte und Bedürfnisse von Menschen und Mitarbeitern einzuschätzen.

Jetzt im Remote Modus lässt sich die Reiss’sche Methoden nutzen, um zu erkennen, was in jedem Mitarbeiter individuell im aktuellen Ausnahmezustand vorgeht. Wichtig sind dabei nicht nur die universellen Motive, sondern ebenso die Intensität, mit der sie bei jedem Individuum ausgeprägt sind. Je stärker die Intensität eines Motivs ist, desto stärker sind die damit zusammenhängenden Emotionen. Je stärker die Intensität eines Motivs ist, desto größer ist der Wunsch, das Ziel zu erreichen, das diese intrinsische Motivation befriedigt. Je nach den ihnen innewohnenden und wenig veränderlichen Lebensmotiven suchen Menschen danach, Situationen zu vermeiden oder aber sie streben danach. Das ist unterschiedlich, je nachdem, was uns antreibt und bewegt. Und genau das gilt in der Krise, im aktuellen Home Office Umfeld.

Reiss‘ Modell hilft Führungskräften zu verstehen, wie Mitarbeiter auf die Krise reagieren und im Remote Modus funktionieren. Für den einen ist die aktuelle Lage ein Signal für Schmerz und Angst. Er oder sie versucht, ihr auszuweichen und sie zu vermeiden. Für andere mag sie kein Signal für Freude sein, aber sie lassen die Veränderung zu, sie suchen die Chancen, die sich aus der aktuellen Situation für sie und das Unternehmen ergeben können. Sie nehmen die Herausforderung an und stellen sich ihr. Andere Menschen dagegen fürchten Veränderung und lieben Routine. Werden sie aus ihrer Routine herausgerissen, benötigen sie Unterstützung. Die Kommunikation für diese Menschen muss folglich anders aussehen als für Mitarbeiter, die Umbrüche lieben und sie als Problem begreifen, das es zu lösen gilt und aus dem sich etwas herausholen lässt. Sie blühen regelrecht auf und wachsen an der Herausforderung.

Die wirksame Führung in der Krise muss sich auf diese emotionale Ebene begeben und sie spüren. Erst danach kann ein Leader rationale Antworten geben, die bei Mitarbeitern angekommen und als glaubwürdig wahrgenommen werden. Holt man Teams nicht auf der emotionalen Ebene ab, sind sie nicht bereit, Nachrichten auf der Vernunftsebene zu empfangen. An dieser Stelle erkennen kompetente Führungskräfte, dass in Ausnahmesituationen eine Botschaft im Sinne von ONE SIZE FITS ALL endgültig der Vergangenheit angehört. Effektive Kommunikation geht darauf ein, wie Mitarbeiter unterschiedlich mit dem Krisenkontext und dem Remote Modus umgehen. Menschen sind Unikate, die ihre ökologische Nische brauchen, um aufzublühen. Diese Nische zu akzeptieren, zu fördern und zu entwickeln ist gelebte Führung: WE TRUST YOU! AS YOU ARE!

Um die Aufgaben zu bewältigen, denen sich Unternehmen und Führungskräfte nun zu stellen haben, bedarf es Führungspersönlichkeiten. Die Führungsebene kann mit produktivem, nicht mit kontraproduktivem Handeln, Haltung zeigen und die Mitarbeiter überzeugen und mitreißen. Bei der Auswahl von Führungspersonal im Unternehmen unterstützen die 16 Lebensmotive von Reiss. Führungskräfte, deren intrinsische Motivation zu ihrer Leadership-Rolle passt, bringen die besten Voraussetzungen mit, diese Ausnahmesituation souverän zu meistern. Sie finden kreative Lösungen und benötigen keine Patentrezepte aus der Schablone. So finden Teammitglieder gegenüber der Führung vom I TRUST ME zum WE TRUST YOU.



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