Brunello Gianella · Motivational Intelligence

Menschen sind nicht unmotiviert. Sie werden falsch gelesen.

Motivational Intelligence macht sichtbar, was zwischen Motiv, Rolle und System trägt – und was Menschen jeden Tag Substanz kostet.

Brunello Gianella am Tisch, schreibend, vor ihm ein Tablet und Bücher
01 / Das Muster

Alle nicken. Niemand bewegt sich.

Ein Leadership-Offsite. Die neue Strategie ist beschlossen, niemand widerspricht. Sechs Monate später ist die Hälfte der Arbeit nicht begonnen.

Der Raum war gut moderiert. Die Motive waren es nicht.

Die übliche Antwort
Mehr Kommunikation, mehr Engagement, mehr Anpassung.

Die präzisere Frage
Welche Motive verlangt die Rolle – und welche trägt der Mensch, der sie ausfüllen soll?

02 / Die Lesart

Verhalten ist sichtbar. Motive sind es nicht.

Wer nur auf Verhalten schaut, verwechselt die Oberfläche mit ihrer möglichen Quelle. Motivational Intelligence ist die Fähigkeit, Motive präzise zu lesen: nicht als einen Antrieb, den man nur stark genug entfachen muss, sondern als 16 Lebensmotive in individueller Ausprägung.

Die Grundlage ist die Motivationsforschung von Prof. Steven Reiss und das Reiss Motivation Profile®.

Individuell

Die Konstellation zählt

Das Profil beschreibt, wie stark oder gering jedes der 16 Lebensmotive bei einem Menschen ausgeprägt ist – im Vergleich zur Norm. Kein Typ. Ein individuelles Profil.

Gleichwertig

Kein Pol ist besser

Eine stark ausgeprägte Neugier ist nicht besser als eine gering ausgeprägte. Entscheidend ist die Passung zur konkreten Rolle.

Relativ stabil

Keine Stimmung

Lebensmotive beschreiben innere Ziele und Werte, die einen Menschen über Jahre tragen.

Typologien machen Menschen handlich. Das Reiss Motivation Profile® macht Individualität besprechbar.

03 / Haltung

In jedem Menschen gibt es einen Ort, zu dem nur er Zugang hat.

Ich nenne ihn ESSENTIA. Nicht das Bild, das andere von uns haben. Nicht die Rolle, die wir erfüllen. Sondern die Quelle unserer Ziele und Werte – das, was nicht verhandelt werden muss, um wertvoll zu sein.

Dieser Ort muss nicht geschaffen werden. Er ist da. Das Profil liefert Koordinaten. Der Mensch liefert Bedeutung. Der WIRK.RAUM liefert Kontext.

Für die Person beginnt Wirkung als Intention. Für den Raum beginnt sie als Aktion.

Niemand sieht meine Intention. Der Raum erlebt, was ich sage, entscheide, tue – und was ich unterlasse. Dazwischen liegt keine Nebensache. Dazwischen liegt Führung.

V = f(P, U)

Verhalten ist eine Funktion von Person und Umwelt, nach Kurt Lewin. WIRK.RAUM ist deshalb kein Ort, den eine Führungskraft kontrolliert. Er ist ein Verhältnis, das alle Beteiligten fortlaufend mitgestalten.

Ungefiltert ist nicht automatisch authentisch. Es ist zunächst nur unübersetzt. Die zwei Pole eines Lebensmotivs stehen für entgegengesetzte, psychologisch gleichwertige Ziele und Werte. Steven Reiss nannte die Neigung, die eigenen Werte für die besseren zu halten, Self-Hugging. Aus ihr wird Unterschiedlichkeit zum Urteil – und unverstandene Absicht zum Konflikt.

Menschen lesen ist nicht wertefrei. Es liest Werte. Aber es muss wertungsfrei sein.

04 / Drei Szenen

Das Problem sitzt nicht immer im Menschen.

Verhalten liefert Beobachtungen, noch keine Erklärung. Wer zu schnell deutet, macht aus einer möglichen Fehlpassung ein persönliches Defizit.

Führung

Sie fragt oft nach Feedback.

Das schnelle Urteil
Zu wenig Selbstvertrauen.
Die motivationale Hypothese
Ein stark ausgeprägtes Motiv Anerkennung kann Bestätigung und Ermutigung bedeutsam machen.
«Ich schätze die Bestätigung und Ermutigung durch andere.» – Anerkennung, stark ausgeprägt
Was sich ändert
Feedback wird zur bewusst gestalteten Arbeitsbedingung, nicht zur Reparatur einer Schwäche.

Team

Die einen wollen einen Plan, die anderen endlich anfangen.

Das schnelle Urteil
Die einen sind starr, die anderen chaotisch.
Die motivationale Hypothese
Beim Motiv Ordnung treffen stark ausgeprägt (Planbarkeit, Organisation) und gering ausgeprägt (Flexibilität, Spontaneität) aufeinander.
Was sich ändert
Verhandelt wird nicht mehr, wer richtig arbeitet, sondern Fixpunkte, Freiräume und Übergaben.

Strategie

Die Strategie fordert Wettbewerb, das Team schützt Harmonie.

Das schnelle Urteil
Zu wenig Ambition. Noch ein Training für Leistungsorientierung.
Die motivationale Hypothese
Ein gering ausgeprägtes Motiv Rache kann friedliches Miteinander und Harmonie bedeutsam machen.
Was sich ändert
Geklärt wird, welche Form von Wettbewerb die Strategie wirklich braucht – und was sie im Team kostet.

Jede dieser Deutungen bleibt Hypothese, bis das Profil sie stützt oder verwirft.

05 / Wie ich lese

Erst trennen. Dann verbinden.

Motivational Intelligence beginnt dort, wo die schnelle Menschenkenntnis endet.

  1. Messen

    Das Reiss Motivation Profile® zeigt die individuellen Ausprägungen der 16 Lebensmotive im Vergleich zur Norm. Keine Typologie, keine Schublade: Koordinaten.

  2. Unterscheiden

    Das Reading trennt beobachtbares Verhalten von seiner möglichen motivationalen Quelle. Was gleich aussieht, muss nicht aus demselben Motiv entstehen.

  3. Verstehen

    Die Zahl erklärt den Menschen nicht. Erst Biografie, Situation und Dialog zeigen, welche Bedeutung eine Ausprägung im konkreten Leben erhalten hat.

  4. Übersetzen

    Das Reading verbindet Motiv, Rolle und WIRK.RAUM. Es zeigt, wo Energie fliesst, wo Anpassung Kraft kostet und wo aus Unterschiedlichkeit Reibung entsteht.

Die Zahl verhindert das Raten. Das Reading verhindert das Urteil. Der Dialog verhindert die Anmassung.

Was das nicht ist

  • Eine Methode, die Menschen repariert.
  • Ein Test, der Menschen in Typen sortiert.
  • Ein Coachingprogramm mit festem Curriculum.

Wir fragen nicht zuerst: Was stimmt mit diesem Menschen nicht? Wir fragen: Was haben wir noch nicht verstanden?

Ein Reading sagt dir nicht, wer du bist. Es zeigt dir, von wo aus du auf die Welt blickst – und warum andere dieselbe Welt vollkommen anders sehen können.

Wer Menschen lesen kann, muss sie nicht mehr erfinden.

Brunello Gianella, lachend, mit Tablet unter dem Arm

06 / Motivational Intelligence Advocate · Mentor

Ich gebe keine Ratschläge. Ich lese, was vor dem Ratschlag verstanden werden muss.

Ich bin Brunello Gianella. Mehr als vierzig Jahre habe ich in Veränderungsmandaten mit CEOs, Eigentümern und Führungsteams gearbeitet – zuletzt unter dem Namen CEO-CODE®. Dann bin ich aus der Beraterrolle ausgestiegen. Heute bin ich Mentor, nicht Coach.

Das Reiss Motivation Profile® habe ich bei Prof. Steven Reiss in Columbus, Ohio, gelernt – direkt beim Begründer der Methode. Seit über zwanzig Jahren arbeite ich damit. Motivational Intelligence ist das, was aus beidem geworden ist: eine präzisere Lesart von Motiven, Rollen und Systemen.

Ich lebe und arbeite im Kanton Schwyz. Mit WIRK.RAUM SCHULE trage ich die Lesart in die Bildung. Mein Buch: Wenn Turnschuhe nichts bringen.

Erfahrung aus Mandaten für

  • Shell
  • Ford
  • Hilti
  • Swiss Life
  • Mazda
  • Jaguar
  • Roche
  • Nestlé
  • Land Rover
  • Zuger Kantonalbank
“His professionalism, creativity and unbridled joy of discovery make every project unique.”
Ursula Wagner, PhD · CEO Coaching Center Berlin
“Deep thought-leadership and the ability to communicate complex concepts very clearly.”
Evan Leybourn · Business Agility Institute
Brunello Gianella vor einem Hauseingang, im Vordergrund Hortensien
07 / Im Gespräch

Gedanken werden nicht besser, weil man sie sendet.

Sondern weil andere ihnen widersprechen dürfen.

Ich schreibe täglich auf LinkedIn: über Motivation, Führung, Arbeit und die Systeme, die Menschen vorschnell zum Problem erklären. Und ich antworte. Content ist für mich kein Sendekanal, sondern der Beginn eines Gesprächs.

Mitdenken auf LinkedIn →

08 / Weitergeben

Ich gebe weiter, wenn es trägt.

Ich verkaufe keine Programme und schreibe keine Rechnungen mehr.

Was ich habe, gebe ich weiter: Erfahrung, implizites Wissen, Erkenntnisse aus vierzig Jahren mit Menschen in Verantwortung. Wenn der Mensch trägt, die Beziehung, das Thema und die Herausforderung. Ob das so ist, entscheide ich.

Unter vier Augen

Eine Frage, genau gelesen

Eine Führungsentscheidung, eine Rolle, eine Reibung, die sich nicht auflöst. Wir lesen, welche Motive darin wirken – deine und die der anderen.

Über Zeit

Mentoring

Für Menschen, die länger an einer Frage arbeiten: Rollen, Besetzung, Kultur. Kein Curriculum. Gespräche, wenn sie nötig sind.

Der Anfang ist immer derselbe: ein Espresso.

09 / Virtueller Espresso

Dreissig Minuten. Ein Espresso. Eine Frage.

Kein Verkaufsgespräch. Du bringst eine Beobachtung aus deinem Alltag mit – ich lese mit dir, was dahinter liegen könnte.